Annapurna Circuit in Nepal

Annapurna Circuit: Trekking in Nepal

Posted: 15. Juni 2018 by Reiselustique

Wer Nepal besucht, der möchte sich auch nicht die Berge entgehen lassen, daher steht das Trekking bei den meisten Besuchern ganz oben auf der Liste. Es gibt sehr zahlreiche Trekkingmöglichkeiten in Nepal, welche sich nach Region und Dauer unterscheiden.

Der Annapurna Circuit Trek soll eines der schönsten Wanderwege der Welt sein. Mit einer Dauer von 14-21 Tagen führt der Wanderweg durch grüne Reisfelder, abgelegene Dörfer, atemberaubende Landschaften, vorbei an spirituellen tibetischen Plätzen, grüne Nadelbaumwälder, über die Himalaya-Berge bis hoch zu Nepals höchsten Bergpass auf einer Höhe von 5416 Meter. Wer die Abwechslung liebt, kommt hier voll auf seine Kosten, allerdings ist solch eine Trekkingtour definitiv nichts für jene, die sich erholen und entspannen möchten. 😉

Das erste Mal Trekken

Als wir vor der Frage standen, welche Trekkingtour wir wählen, haben wir uns für die schönste aber auch längste Trekkingtour entschieden. Da wir keinen Zeitdruck hatten, konnten wir uns unbegrenzt Zeit lassen, allerdings haben wir uns einen Zeitrahmen von 21 Tagen gesetzt.

Wir habe uns total auf unser nächstes Abenteuer gefreut und gleichzeitig war uns bewusst, dass die Annapurna Umrundung sehr anstrengend werden wird. Schließlich sind wir totale Anfänger, was das Wandern in den Bergen angeht. Wir waren zuvor auch noch nie auf solch einer Höhe unterwegs. Wie genial ist das denn, seinen allerersten Treck ausgerechnet in Nepal zu machen? 🙂 Wir finden das ziemlich cool 🙂
Mitten im Himalaya zu sein und die Landschaft sowie die Berge zu bestaunen. Im Nachhinein kann ich es gar nicht glauben, dass ich so lange darauf gewartet habe und nicht schon eher nach Nepal gereist bin.

Für mich war der Annapurna Circuit Trek eines der Highlights meiner bisherigen Reisen. Der Bergwelt des Himalayas so nah zu sein, wie noch nie, hat all die Anstrengung am Tag vergessen lassen. Wir haben unserem Körper ganz schön viel abverlangt, haben den wechselnden Wetterbedingungen standgehalten, haben unsere körperliche Fitness herausgefordert, sind auf eine unbekannte Höhe hinauf geklettert, haben die kälteste Nacht und den längsten Fußweg unseres Lebens gemeistert, sind an unsere Grenzen gegangen, haben geschwitzt, sind nass geworden, u.v.m. Insgesamt waren wir 18 Tage am Stück, mehrere Stunden und Kilometer wandern. In einem Satz zusammengefasst war es:
Ein 18-tägiges pures Naturerlebnis.

Das erste Mal Trekken, hätte nicht besser sein können und wir freuen uns schon auf unsere nächste Trekkingtour durch das Himalaya-Gebirge.

Unsere Vorbereitung für den Annapurna Circuit

Das erste Mal Trekken, das erste Mal im Himalaya. Alles war vollkommen neu und unbekannt für uns. Ebenfalls, welche Dinge in den Wanderrucksack gehören und welche nicht. Da wir zu Beginn unserer Reise nur Kleidung für den Sommer eingepackt haben, mussten wir uns in Kathmandu Trekking Kleidung und Trekking Equipment zulegen.

In Kathmandu und Pokhara gibt es reichlich Angebote und die Auswahl ist riesig. Jeder Shop hat die gleiche Auswahl an Wanderkleidung und Equipment, aber unterschiedliche Preise. Die ersten beiden Tage haben wir damit verbracht, die Preise zu vergleichen und uns eine Packliste mit den wirklich wichtigen Dingen für das Trekking zu erstellen. Zwar kann man echte Schnäppchen machen, allerdings darf man dann auch keine gute Qualität erwarten. Die Händler haben das große Geschäft mit den Treckern erkannt und bieten hauptsächlich gefälschte Ware von namenhaften Outdoor-Herstellern in ihren Läden an. Am Ende des Tages hatten wir unsere Taschen voll mit gefälschter Ware von North Face und Jack Wolfskin, die überall mit GoreTex Etiketten versehen waren. Für unseren einmaligen Treck war dies mehr als ausreichend. 

Nach dem Einkauf stellten wir fest, dass nicht alles in unsere 30-Liter-Rucksäcke passt und so haben wir bspw. die Daunenjacke und den Schlafsack nach außen spannen müssen. Wie so oft, stellten wir im Nachhinein fest, dass wir zu viel eingepackt haben. Dabei war es uns von Anfang an wichtig, sich nur auf das Nötigste zu beschränken, schließlich tragen wir den Rucksack mehrere Stunden über mehrere Wochen auf unseren Schultern. Das hat also nicht so ganz hingehauen. Beim nächsten Mal machen wir es besser. 🙂

Das Thema Höhenkrankheit

Vor dem Treck in solche Höhen haben wir uns mit dem Thema Höhenkrankheit vertraut gemacht. Die Höhenkrankheit kann schnell eintreten, sofern man sich nicht an bestimmte Regeln hält. Es kann aber auch trotz befolgen der Regeln jeden treffen. Ein sofortiger Abstieg wäre nötig und auch ärgerlich, denn das Fortsetzen des Trecks stünde somit auf der Kippe. Bis zu einer Höhe von 3000 Metern ist das tägliche Tempo noch egal, ab 3000 Meter sind nur noch max. 500 Höhenmeter zur Vornacht möglich, um die Höhenkrankheit zu vermeiden.

Die meisten Wanderer nehmen Vorsorge-Tabletten gegen die Höhenkrankheit ein. Die Tabletten sollen dem Körper helfen sich besser an die Höhe anzupassen. Wir haben es ganz ohne Tabletten und auch ohne Anzeichen von Höhenkrankheits-Symtomen über den Pass geschafft und das mit Befolgung der Regeln, viel Ruhe, viel Trinken und den richtigen Pausen. Wir waren allerdings die Ausnahme. Denn abgesehen von einem weiteren Pärchen, haben uns alle anderen mit ihren Diamox Nebenwirkungen & Verpackungen auf dem Tisch etwas nervös gemacht. Aber davon haben wir uns gar nicht erst beeinflussen lassen.

Tatsächlich sind uns einige Trekker auf dem Weg begegnet, die trotz Tabletten, Anzeichen von Höhenkrankheiten hatten und wieder absteigen mussten. Einmal musste sogar ein Helikopter gerufen werden. Weshalb es umso wichtiger ist, sich mit dem Thema vertraut zu machen und die einfachen Regeln von max. 500 Höhenmetern am Tag zu befolgen.

Annapurna Circuit Trek: Unsere Erfahrung

Ausgangspunkt für den Annapurna Circuit ist Besisahar. Besisahar ist ca. 4 Busstunden von Pokhara und Kathmandu entfernt. Hier ist die letzte Möglichkeit noch an Bargeld zu kommen, denn auf dem gesamten Treck bis nach Jomson (wirst du voraussichtlich frühestens in 11 Tagen erreichen) gibt es keinen Bankautomaten. Bevor es auf dem Annapurna Circuit ausgebaute Straßen gab, hat der Treck in Besisahar begonnen, mittlerweile fahren aber einige Trekker bis zu den nächstgelegenen Orten nach Bhulbhule oder Ngadi durch, um sich die ersten 13 km zu sparen. Wir wollten allerdings am Ursprung des Annapurna Circuits unseren Treck beginnen und sind nach Ankunft mit dem Bus noch am selben Tag bis nach Ngadi gelaufen.

Annapurna in Nepal

Schon der Beginn des Trecks war ziemlich anspruchsvoll und ich dachte mir, “wie soll ich das nur mehrere Wochen aushalten”. Meine Kondition war völlig im Eimer und die Füße waren schwer von den klobigen Trekkingschuhen. Mir wurde auch relativ schnell klar, dass mein Rucksack zu schwer ist und ich nun keine andere Möglichkeit habe als das gesamte Gepäck drei Wochen mit mir rumzutragen. Bereits am ersten Tag habe ich mich schon auf die kälteren Tage gefreut, denn dann habe ich das meiste meiner Kleidung an und muss somit weniger Ballast auf den Schultern tragen. 🙂

Uns ging das Wasser sehr schnell aus, da wir aufgrund der Hitze viele Pausen machten und viel getrunken haben. Für das Trinkwasser haben wir einen Wasserfilter von Sawyer dabei gehabt. Mit dem Filter konnten wir das Wasser aus den Bächen und Flüssen problemlos trinken. Solch ein Filter auf einer Trekkingtour ist essentiell, denn es gibt nicht immer eine Möglichkeit Wasser genau da zu kaufen, wo einem das Wasser ausgeht.

Zu Beginn des Trecks ist die Landschaft sehr grün, es sind viele Trekker und Einheimische unterwegs, das Essen und die Getränke sind noch günstig, die Nächte und die Duschen sind warm. Auch die vielen Mosquitos sind aktiv. Weiter oben gibt es keine Mosquitos mehr. Gott sei Dank! In der Mitte des Trecks wird die tibetische Kultur immer deutlicher, die Gebetsfahnen wehen überall in der Luft und man sieht eine Stupa nach der anderen. Die Duschen sind selten warm und die Nächte werden kalt. Die Preise für Essen und Getränke steigen. Tag für Tag sieht man die immer näherkommenden Schneeberge.

Besisahar Annapurna Circuit Trek

Am höchsten Punkt des Treck sind die höchsten Berge gefühlt nur noch eine Nasenspitze entfernt. Der Ausblick ist gigantisch. Die Abende sind sehr kalt, die Nächte eiskalt und schlaflos. Die Getränke und das Essen sind um das vierfache teurer (selbstverständlich, denn die Produkte hatten einen langen Transportweg), warme Duschen gibt es keine oder gegen Gebühr, Aufladen von Elektrogeräten ebenfalls gegen Gebühr. In diesen Höhen haben wir uns die restliche Zeit des Tages im beheizten Gemeinschaftssaal aufgehalten, um warm zu bleiben. Hier bot sich die Gelegenheit sich mit anderen Wanderern auszutauschen und am nächsten Tag sogar gemeinsam loszulaufen. Immer wieder hat man dieselben Leute entweder auf der Wanderstrecke oder in der Unterkunft wieder getroffen, so sind “Wandergruppen” und interessante Kontakte entstanden.

Schneeberge Annapurna Circuit

Je wärmer es im Gemeinschaftssaal wurde, desto weniger wollten wir in unser eiskaltes Zimmer zurück. Das An- und Ausziehen war oftmals eine Qual. Es war einfach so kalt, dass man am liebsten mit der gesamten Bekleidung ins Bett und vor allem morgens gar nicht aus dem Bett raus wollte, geschweige denn überhaupt auf die Toilette gehen oder sich waschen. Die Kleidung, die man sich für den nächsten Tag rausgelegt hat, waren eiskalt genauso wie das Trinkwasser und die gesamte Elektronik. Die Akkus waren ganz schön kurzlebig. Wie oft haben wir uns eine Heizung im Zimmer gewünscht und finden es noch immer unfassbar, wie die Menschen da oben in solch einer Kälte leben können. Am liebsten möchte ich jedem Haushalt eine Heizung spendieren, damit es die Familien gemütlich und warm haben.

Trekking Himalaya

Am Ende des Trecks wird die Landschaft wieder flacher, es wird windig und wärmer. Die warme Kleidung findet wieder ihren Platz im Rucksack. Endlich kann man wieder Duschen ohne frieren zu müssen, die Preise sind günstig und um das Thema Höhenkrankheit muss man sich keine Gedanken mehr machen. Und wie soll auch anders sein: Die Mosquitos sind wieder zurück!!!

Annapurna Circuit Kagbeni nach Jomson

 

Annapurna Circuit: Eine Routine finden

Für den Annapura Circuit Trek haben wir schnell eine gewisse Routine gefunden. Wir sind jeden Morgen um 05:30 Uhr aufgestanden, haben um 6:30 unser Frühstück zu uns genommen und haben bereits um 7:00 Uhr mit dem Treck begonnen. Gegen 15 Uhr haben wir unsere Wanderung beendet und haben in einer nahe gelegenen Unterkunft eingecheckt. Nach dem Duschen, Essen, Lesen und Tagebuch schreiben, sind wir meistens schon zwischen 20 und 21 Uhr hundemüde ins Bett gefallen.

Wir haben den Treck lieber so früh wie möglich begonnen, um ihn auch am frühen Nachmittag zu beenden. So hat man einfach mehr vom Tag. Beim Frühstücken haben wir uns unsere nächste Etappe für den Tag gesetzt und sind zielstrebig losgelaufen.

An den ersten Tagen verspürten wir einen starken Muskelkater am gesamten Körper. Der Rücken und die Schultern schmerzten vom Rucksack tragen. In der Nacht haben wir uns versucht so wenig wie möglich zu bewegen, um Krämpfe in den Waden, die sich bereits tagsüber leicht angedeutet haben, zu vermeiden. Der Körper gewöhnte sich allmählich an die tägliche Anstrengung und die Routine, dennoch waren wir am Ende des Tages ganz schön kaputt. 

Annapurna Circuit: Die Wanderwege

Steil hoch, bergab, sonnig, regnerisch, rutschig, matschig, staubig, steinig, schwer, leicht etc. Die Wanderabschnitte könnten nicht unterschiedlicher sein.

Es gab Tage, da war der Wanderweg so anstrengend, dass der Körper Signale sendete, man sollte endlich mal eine Pause einlegen. Wiederum gab es Tage, an denen der Wanderweg einfach(er) war. Ach, wie haben wir gerade Streckenabschnitte gefeiert und gehofft, dass diese noch eine Weile andauern. Auf solchen Streckenabschnitten, die weder bergauf noch bergab gingen, konnte man ganz schön viel Kraft tanken und plötzlich unterhielten wir uns wieder ausgiebig. Leider waren gerade Streckenabschnitte eher eine Seltenheit.

Aber nicht nur die Strecke, sondern auch die körperliche Verfassung, die eigene Kondition, das Wetter und der Rucksack machten einem zu schaffen. Ich würde sagen, für den Annapurna Circuit ist es definitiv von Vorteil körperlich fit und etwas sportlich zu sein, denn jeder Tag raubt dir Kraft und Kondition. Wir zwei waren definitiv nicht die schnellsten Wanderer und haben sehr oft kurze Pausen eingelegt, um mal wieder durchzuatmen.

Die Wanderwege sind in der Regel leicht zu finden, denn diese sind mit Rot-Weißen (haupt Trekkingroute) oder Blau-Weißen (alternative Trekkingroute) Markierungen gekennzeichnet. Die alternative Trekking Route ist meist die schönere, allerdings auch oft die längere und anstrengende. Ab und zu haben wir uns für die blaue Route entschieden, oft sind wir aber, wie die meisten, auf der Rot-Weißen Trekking Route geblieben. Die App maps.me ist super für den Treck, so kann man sich die Strecke auf der Offline-Karte ansehen und dann entscheiden, welche Route man wählt. Die App ist auch hilfreich, wenn man sich verlaufen hat und wieder zurück auf den Weg finden möchte. Die Einheimischen helfen auch immer gerne, wenn man mal nicht weiter weiß.

Rot-Weiß Markierung Nepal Trekking

Annapurna Circuit: Die Unterkünfte

Die Unterkünfte auf dem Annapurna Circuit sind sehr viel besser, als wir es uns vorgestellt haben. Es sind zwar meist einfache Zimmer oder Holzhütten, aber die Betten waren zum größten Teil in Ordnung für ein bis zwei Nächte. Einige Zimmer waren sogar mit einem eigenen Bad ausgestattet. Heizungen gab es allerdings keine in den Unterkünften. Auch nicht auf einer eiskalten Höhe. Aufgewärmt wird sich im beheizten Gemeinschaftssaal.

Von außen waren die Unterkünfte oft sehr hübsch hergerichtet und baten alles an, was die westlichen Touristen für wünschenswert empfanden. Nicht nur was den Komfort der Zimmer, die Bäder und das Wifi betraf, sondern auch die Essensauswahl. Auf der Speisekarte gab es köstliche westliche Gerichte, wie Pasta, Pizza, Lasagne, Apfelkuchen etc. Die wohl meist gegessenen Speisen der Trekker sind Dal Bhat (Reisgericht) und Knoblauchsuppe. Die Knoblauchsuppe soll für eine gute Blutzirkulation und somit auch gegen die Höhenkrankheit helfen. Die Suppe stand daher täglich auf unserer Speiseliste. So viel Knoblauch haben wir noch nie gegessen. 🙂

Die Unterkünfte und Restaurants hatten bis zu einer gewissen Höhe alle kostenfreies Wifi und Steckdosen im Zimmer. Das Wifi war zwar nicht immer gut, aber ausreichend.

Eine Besonderheit zum Thema Unterkunft ist die Bezahlung. Wandert man in der Nebensaison (Ende Apri – September), muss man für die Unterkunft oftmals nichts zahlen, sofern man min. zwei Mahlzeiten im Restaurant der Unterkunft isst. Meistens sind das Abendessen und Frühstück.


Annapurna Circuit: Die schönsten Orte auf dem Treck

Tal 1700 m (Tag 3)
Tal ist ein schönes kleines Örtchen. Es gibt viele schicke Gasthäuser an dem türkisblauen Fluss und ein Wasserfall am Ende des Ortes. Hier kann man sehr gut entspannt eine Nacht verbringen.


Chame 2710 m (Tag 5)
Chame ist der erste größere Ort seit Beginn der Trecks, bei dem man beispielsweise Früchte, Medikamente, Trekkingkleidung, Bücher, etc. erhält. Hier kann man sich noch einmal eindecken, bevor es weiter geht. Außerdem kann man hier bereits die ersten schneebedeckten Bergen aus der Nähe bestaunen. In der Nacht leuchtet der Schnee im Himmel und am Morgen scheint die pralle Sonne auf diese Giganten. Wir haben uns hier sogar einen Rest Tag gegönnt und sind zwei Nächte geblieben.

Annapurna II in Nepal


Upper Pisang 3310 m (Tag 7)
Der Streckenabschnitt von Chame nach Upper Pissang war genial. Die Strecke war vergleichsweise einfach und landschaftlich hat es uns an Kananda erinnert. In Upper Pissang hat man den schneebedeckten Berg (Annapurna II) direkt vor seiner Nase. Das Fenster der Unterkunft war auf den Berg gerichtet, sodass man auch unter seiner warmen Decke gekuschelt den Ausblick genießen konnte. In Upper Pissang gibt es außerdem ein buddhistisches Kloster, wo man sich beim Meditieren der Mönche anschließen kann. Die Abende und Nächte sind bereits richtig kalt, außerdem weht ein starker Wind in das Tal hinein. In Upper Pissang gab es einige Tage keinen Strom im gesamten Dorf und so mussten wir unsere Akkus mit der voll aufgelandenen Powerbank laden.


Ngawal 3680 m (Tag 8)

Ngawal ist ein schönes Dorf mit dem Annapurna III direkt vor der Nase. Auch hier gab es keinen Strom im gesamten Dorf. Es ist richig kalt, wenn die Sonne untergeht und noch kälter in der Nacht. Ngawal eignet sich zudem hervorragend, um sich für die nächste Höhe zu akklimatisieren. PS: Keine Steckdosen im Zimmer vorhanden (auch wenn Strom da wäre)


Manang 3540 m (Tag 9)
Manang ist nach Chame die nächstgrößere Stadt auf der Strecke. Hier gibt es wirklich alles, was das kleine Trekking Herz begehrt. Bäckereien, günstige Restaurants, kleine Kiosks, Möglichkeiten sich noch einmal mit wärmeren Klamotten einzudecken. Es gibt sogar ein Kino, welche Filme, wie “into thin air”, “7 years in tibet”, “the revenant” etc. zeigt. In Manang soll man mindestens zwei Nächte verbringen, um sich für die nächsten Höhenmeter zu akklimatisieren. Wir haben insgesamt drei Nächte hier verbracht, da es uns so gut gefallen hat. An unseren Pause Tagen haben wir die ganze Zeit nur gegessen. PS: Ab hier war das Wifi und die Unterkünfte überwiegend kostenpflichtig. Steckdosen im Zimmer waren keine vorhanden.


Thorong la Pass 5416 m (Tag 14)
Der Wanderweg zum Thorong la Pass ist abenteuerlich und wunderschön. Die höchsten Berge der Welt in einem 360-Grad-Panorama. Zwei Tage zuvor hat es angefangen zu schneien und somit strahlten die weißen Giganten noch viel mehr in ihrer vollen Pracht. Es war ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann! Am höchsten Bergpass angekommen überkam uns ein Gefühl des Glückes und Erleichterung. Ich hätte vor Freude unzählige Luftsprünge machen können, aber die Luft war sehr knapp. Wir waren zugleich so erleichtert, dass es nicht noch weiter hochgeht, sondern ab jetzt nur noch bergab. Die Sonne, der blendende Schnee, der Wind und die Kälte ließen unsere Haut und unsere Lippen austrocknen und aufplatzen.


Muktinath 3800 m (Tag 15)
Bereits der Weg bergab vom Thorong la Pass nach Muktinath war fantastisch. Die Landschaft hat sich plötzlich von schneebedeckten Bergen zu einer kahlen, wüstenartigen Landschaft verändert. Landschaftlich hat es uns sehr an Schottland erinnert. Muktinath ist ein sehr spiritueller Ort. Es zieht viele indische Pilgerer an diesen hinduistischen Ort. Definitiv lohnenswert zwei Tage hier zu verbringen, um sich nach der harten Passüberquerung zu erholen.

Annapurna Circuit Kagbeni nach Jomson

Annapurna Circuit: Schwerer als gedacht

Schwerer als gedacht, aber jeder kann es schaffen. Der Treck ist eine ganz schön große Herausforderung und nichts für Weicheier. Mit der richtigen Motivation und dem Ziel vor den Augen, kann es jeder schaffen. Ob trainiert oder untrainiert, sportlich oder unsportlich, erfahren oder unerfahren, es liegt ganz allein an einem selbst, seinen Fuß vor den nächsten zu setzten und all die Hürden an den gesamten Trekking-Tagen zu meistern. Wenn die Anstrengung zu viel, die Wege zu lang und die Schmerzen zu groß wurden, haben auch wir uns ab und zu gefragt „Warum machen wir das eigentlich“. Nach Erreichung des höchsten Bergpasses und am Ende des Trecks, können wir gar nicht stolzer auf uns sein. All die Anstrengung hatte sich gelohnt und wir würden es jederzeit wieder tun, denn die Erfahrung, die Menschen, der Spirit und die Landschaft sind unbezahlbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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