Gefühlschaos vor einer Weltreise

Gefühlschaos

Posted: 23. Februar 2018 by Reiselustique

Endlos lange To-Do Listen

Ca. drei Monate hatte ich Zeit, um die große Reise zu planen. Die Reisevorbereitungen liefen gut und täglich konnte ich ein weiteres To do auf meiner Liste abhaken. Die To-Do´s wurden anfangs immer mehr, dann immer weniger und am Ende füllte sich die Liste wieder endlos weiter (wäre ja auch zu schön gewesen).

Die Deadline näherte sich und ich hatte das Gefühl, dass ich noch locker einen ganzen Monat mehr für die Vorbereitungen benötige. Neben meinem Vollzeitjob eine Langzeitreise zu planen, meiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, den Auszug aus der Wohnung vorzubereiten, meine Geburtstags- sowie Abschiedsparty zu planen und einen Reiseblog aufzusetzen, war ganz schön viel auf einmal. Ich hatte das Gefühl ich ersticke regelrecht an meinen To-Do´s.

Kleine Momente des Zweifelns

Während ich eine Kündigung nach der anderen für sämtliche Versicherungen und Verträge geschrieben habe, überkam mich ein Gefühl der Erleichterung. Es fühlte sich gut an mal “aufzuräumen”. Ich merkte, wie unnötig manche Versicherungen doch sind und wie wenig bis gar nicht ich davon tatsächlich mal in Anspruch genommen habe.

Ich realisierte, wie mich solch unnötige Dinge zu Hause fesselten und mich dadurch ungewollt eingeschränkten.

Und dennoch fühlte es sich seltsam an, alle “Sicherheiten” aufzugeben und reinen Tisch zu machen. Ich habe zwar keinen einzigen Tag daran gezweifelt, ob meine Langzeitreise die richtige Entscheidung war, aber in diesem Moment fragte ich mich “Was tue ich eigentlich”.

Ich muss zugeben, der Gedanke nicht alleine zu sein, nahm mir einige Ängste und aufkommende Zweifel. Sobald der Blick zurück auf unsere Reiseplanung fiel, überwog die Vorfreude den Zweifeln und es fühlte sich wieder verdammt richtig an.

Auf den Abschied vorbereiten

Abschiede fallen mir verdammt schwer. Da ich so nah am Wasser gebaut bin, bin ich froh, wenn diese kurz und schmerzlos über die Bühne gehen. Mit dem Schritt unserer Weltreise wurde klar, dass ich Freunde und Familie lange nicht mehr sehen. Mein Patenkind nicht aufwachsen sehe. Mich von meinen Arbeitskollegen verabschieden muss. Keine Zeit mehr mit den Kindern aus dem Ehrenamt verbringen kann. Geburtstagspartys und Familientreffen verpasse u.v.m. Aber hey, das läuft nicht davon. Geburtstage werden jedes Jahr gefeiert und Familie und Freunde sind auch da, wenn wir wieder zurück kommen 😉

Unruhige Nächte

Etwa einen Monat vor der Abreise habe ich des Öfteren unruhig geschlafen. Die Gedanken holten mich jede Nacht ein. Haben wir an alles gedacht? Sind alle wichtigen und bürokratischen Dinge geklärt? Was mache ich morgen nach der Arbeit? Welche Termine müssen wir noch wahrnehmen? Die Gedanken drehten sich im Kreis von Tag zu Tag.

Merkwürdigerweise wurde die Aufregung und das Gefühlschaos immer weniger, je näher das Abreisedatum bevorstand. Ganz klar, die To-Dos wurden immer mehr und die Zeit immer weniger. Bei diesem anhaltenden Dauerstress blieb keine Zeit mehr für Gedanken der Aufregung oder Zweifel.

Der letzte Tag zu Hause

Das Abreisedatum lag also nur noch einen Tag in der Zukunft. Die letzte Nacht in Deutschland im eigenen Bett ist angebrochen. Hier überkam mich die Aufregung wieder und die Gedanken “Was mache ich eigentlich”. 🙂 Ich war traurig und glücklich zugleich. Traurig, da ich mich von meiner Familie und Freunden bereits verabschieden musste und happy, über das, was uns erwartet. Ein Wechselbad der Gefühle in diesen drei Monaten der Vorbereitung.

Fazit

Ich freue mich auf die Erfahrungen und die Erinnerungen, die für immer bleiben. Später werden wir verdammt stolz auf uns sein, dass wir diese Entscheidung getroffen und den Schritt gewagt haben. Für immer werden wir Geschichten zu erzählen haben. Geschichten, die wir unseren Kindern, Enkelkindern und Urenkel erzählen können. Keine Geschichten aus dem Buch sondern eigene Erlebnisse! <3

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